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.»Es ist nicht zu glauben.Ich habe nie manierlichere Leute gesehen als unsere Husaren; wirklich, Geert.Nun, du weißt es ja selbst.Und nun will dieser Michelsen alles vergittern.Hat er denn Töchter?«»Gewiß; sogar drei.Aber sie sind sämtlich hors concours.« Effi lachte so herzlich, wie sie seit langem nicht mehr gelacht hatte.Doch es war von keiner Dauer, und als Innstetten ging und sie allein ließ, setzte sie sich an die Wiege des Kindes, und ihre Tränen fielen auf die Kissen.Es brach wieder über sie herein, und sie fühlte, daß sie wie eine Gefangene sei und nicht mehr heraus könne.Sie litt schwer darunter und wollte sich befreien.Aber wiewohl sie starker Empfindungen fähig war, so war sie doch keine starke Natur; ihr fehlte die Nachhaltigkeit, und alle guten Anwandlungen gingen wieder vorüber.So trieb sie denn weiter, heute, weil sie's nicht ändern konnte, morgen, weil sie's nicht ändern wollte.Das Verbotene, das Geheimnisvolle hatte seine Macht über sie.So kam es, daß sie sich, von Natur frei und offen, in ein verstecktes Komödienspiel mehr und mehr hineinlebte.Mitunter erschrak sie, wie leicht es ihr wurde.Nur in einem blieb sie sich gleich: Sie sah alles klar und beschönigte nichts.Einmal trat sie spätabends vor den Spiegel in ihrer Schlafstube; die Lichter und Schatten flogen hin und her, und Rollo schlug draußen an, und im selben Augenblick war es ihr, als sähe ihr wer über die Schulter.Aber sie besann sich rasch.»Ich weiß schon, was es ist; es war nicht der«, und sie wies mit dem Finger nach dem Spukzimmer oben.»Es war was anderes.mein Gewissen.Effi, du bist verloren.«Es ging aber doch weiter so, die Kugel war im Rollen, und was an einem Tage geschah, machte das Tun des andern zur Notwendigkeit.Um die Mitte des Monats kamen Einladungen aufs Land.Über die dabei innezuhaltende Reihenfolge hatten sich die vier Familien, mit denen Innstettens vorzugsweise verkehrten, geeinigt: Die Borckes sollten beginnen, die Flemmings und Grasenabbs folgten, die Güldenklees schlossen ab.Immer eine Woche dazwischen.Alle vier Einladungen kamen am selben Tag; sie sollten ersichtlich den Eindruck des Ordentlichen und Wohlerwogenen machen, auch wohl den einer besonderen freundschaftlichen Zusammengehörigkeit.»Ich werde nicht dabeisein, Geert, und du mußt mich der Kur halber, in der ich nun seit Wochen stehe, von vornherein entschuldigen.«Innstetten lachte.»Kur.Ich soll es auf die Kur schieben.Das ist das Vorgebliche; das Eigentliche heißt: du willst nicht.« »Nein, es ist doch mehr Ehrlichkeit dabei, als du zugeben willst.Du hast selbst gewollt, daß ich den Doktor zu Rate ziehe.Das hab ich getan, und nun muß ich doch seinem Rat folgen.Der gute Doktor, er hält mich für bleichsüchtig, sonderbar genug, und du weißt, daß ich jeden Tag von dem Eisenwasser trinke.Wenn du dir ein Borckesches Diner dazu vorstellst, vielleicht mit Preßkopf und Aal in Aspik, so mußt du den Eindruck haben, es wäre mein Tod.Und so wirst du dich doch zu deiner Effi nicht stellen wollen.Freilich, mitunter ist es mir.«»Ich bitte dich, Effi.«».Übrigens freu ich mich, und das ist das einzige Gute dabei, dich jedesmal, wenn du fährst, eine Strecke Wegs begleiten zu können, bis an die Mühle gewiß oder bis an den Kirchhof oder auch bis an die Waldecke, da, wo der Morgnitzer Querweg einmündet.Und dann steig ich ab und schlendere wieder zurück.In den Dünen ist es immer am schönsten.«Innstetten war einverstanden, und als drei Tage später der Wagen vorfuhr, stieg Effi mit auf und gab ihrem Manne das Geleit bis an die Waldecke.»Hier laß halten, Geert.Du fährst nun links weiter, ich gehe rechts bis an den Strand und durch die Plantage zurück.Es ist etwas weit, aber doch nicht zu weit.Doktor Hannemann sagt mir jeden Tag, Bewegung sei alles, Bewegung und frische Luft.Und ich glaube beinah, daß er recht hat.Empfiehl mich all den Herrschaften; nur bei Sidonie kannst du schweigen.«Die Fahrten, auf denen Effi ihren Gatten bis an die Waldecke begleitete, wiederholten sich allwöchentlich; aber auch in der zwischenliegenden Zeit hielt Effi darauf, daß sie der ärztlichen Verordnung streng nachkam.Es verging kein Tag, wo sie nicht ihren vorgeschriebenen Spaziergang gemacht hätte, meist nachmittags, wenn sich Innstetten in seine Zeitungen zu vertiefen begann.Das Wetter war schön, eine milde, frische Luft, der Himmel bedeckt.Sie ging in der Regel allein und sagte zu Roswitha: »Roswitha, ich gehe nun also die Chaussee hinunter und dann rechts an den Platz mit dem Karussell; da will ich auf dich warten, da hole mich ab.Und dann gehen wir durch die Birkenallee oder durch die Reeperbahn wieder zurück.Aber komme nur, wenn Annie schläft.Und wenn sie nicht schläft, so schicke Johanna.Oder laß es lieber ganz; es ist nicht nötig, ich finde mich schon zurecht.«Den ersten Tag, als es so verabredet war, trafen sie sich auch wirklich.Effi saß auf einer an einem langen Holzschuppen sich hinziehenden Bank und sah nach einem niedrigen Fachwerkhaus hinüber, gelb mit schwarzgestrichenen Balken, einer Wirtschaft für kleine Bürger, die hier ihr Glas Bier tranken oder Solo spielten.Es dunkelte noch kaum, die Fenster aber waren schon hell, und ihr Lichtschimmer fiel auf die Schneemassen und etliche zur Seite stehende Bäume.»Sieh, Roswitha, wie schön das aussieht.«Ein paar Tage wiederholte sich das.Meist aber, wenn Roswitha bei dem Karussell und dem Holzschuppen ankam, war niemand da, und wenn sie dann zurückkam und in den Hausflur eintrat, kam ihr Effi schon entgegen und sagte:»Wo du nur bleibst, Roswitha, ich bin schon lange wieder hier.«In dieser Art ging es durch Wochen hin.Das mit den Husaren hatte sich wegen der Schwierigkeiten, die die Bürgerschaft machte, so gut wie zerschlagen; aber da die Verhandlungen noch nicht geradezu abgeschlossen waren und neuerdings durch eine andere Behörde, das Generalkommando, gingen, so war Crampas nach Stettin berufen worden, wo man seine Meinung in dieser Angelegenheit hören wollte.Von dort schrieb er den zweiten Tag an Innstetten:»Pardon, Innstetten, daß ich mich auf französisch empfohlen.Es kam alles so schnell.Ich werde übrigens die Sache hinauszuspinnen suchen, denn man ist froh, einmal draußen zu sein.Empfehlen Sie mich der gnädigen Frau, meiner liebenswürdigen Gönnerin.«Er las es Effi vor.Diese blieb ruhig.Endlich sagte sie: »Es ist recht gut so [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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