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.Alles, was seine Familie betrifft — Sie verstehen — ist für uns tabu, aber es gibt einen anderen Weg.« Ich schwieg.Ihr Schluchzen hatte sich wieder zu schlichtem Schnüffeln gemildert.»Er gibt mir hin und wieder Geld für notleidende Kollegen«, sagte sie, »er läßt mir da völlig freie Hand, und — und glauben Sie nicht, es wäre angebracht, wenn ich Sie als im Augenblick notleidenden Kollegen in den Nutzen dieser kleine Summen bringe?«»Ich bin tatsächlich ein notleidender Kollege, nicht nur für den Augenblick, sondern für mindestens ein halbes Jahr.Aber bitte, sagen Sie mir, was Sie unter kleine Summe verstehen?«Sie hüstelte, gab noch ein Oh von sich, das aber unkoloriert blieb, und sagte: »Es sind meistens Zuschüsse in ganz konkreten Notsituationen, wenn jemand stirbt, krank wird, eine Frau ein Kind kriegt — ich meine, es handelt sich nicht um Dauerunterstützungen, sondern um sogenannte Beihilfen.«»Wie hoch?« fragte ich.Sie antwortete nicht sofort, und ich versuchte, sie mir vorzustellen.Ich hatte sie vor fünf Jahren einmal gesehen, als es Marie gelang, mich in eine Oper zu schleppen.Frau Brosen hatte die Partie eines von einem Grafen verführten Bauernmädchens gesungen, und ich hatte mich über Vaters Geschmack gewundert.Sie war eine mittelgroße, recht kräftige Person, offenbar blond und mit dem obligatorisch wogenden Busen, die an einer Kate, an einem Bauern wagen angelehnt, zuletzt auf eine Heugabel gestützt, mit einer schönen kräftigen Stimme einfache Gemütsbewegungen zum besten gab.»Hallo?« rief ich, »hallo?«»Oh«, sagte sie, und es gelang ihr wieder eine, wenn auch schwache Koloratur.»Ihre Frage ist so direkt.«»Es entspricht meiner Situation«, sagte ich.Mir wurde bange.Je länger sie schwieg, desto kleiner würde die Summe werden, die sie nannte.»Na«, sagte sie schließlich, »die Summen schwanken zwischen zehn und etwa dreißig Mark.«»Und wenn Sie einen Kollegen erfinden würden, der in eine ganz außergewöhnlich schwierige Situation geraten ist: sagen wir, einen schweren Unfall erlitten hat und für einige Monate etwa einhundert Mark Zuschuß vertragen kann?«»Mein Lieber«, sagte sie leise, »Sie erwarten doch von mir nicht, daß ich schwindele?«»Nein«, sagte ich, »ich habe wirklich einen Unfall erlitten — und sind wir nicht letztlich Kollegen? Künstler?«»Ich will's versuchen«, sagte sie, »aber ich weiß nicht, ob er anbeißt.«»Was?« rief ich.»Ich weiß nicht, ob es gelingen wird, die Sache so auszumalen, daß es ihn überzeugt.Ich habe nicht viel Phantasie.«Das hätte sie gar nicht zu sagen brauchen, ich fing schon an, sie für das dümmste Weibsstück zu halten, mit dem ich je zu tun gehabt hatte.»Wie wärs denn«, sagte ich, »wenn Sie versuchen würden, mir ein Engagement zu besorgen, am Theater hier — Nebenrollen natürlich, Chargen kann ich gut spielen.«»Nein, nein, mein lieber Hans«, sagte sie, »ich finde mich ohnehin in diesem Intrigenspiel nicht zurecht.«»Na gut«, sagte ich, »ich will Ihnen nur noch sagen, daß auch kleine Summen willkommen sind.Auf Wiedersehen und vielen Dank.« Ich legte auf, bevor sie noch etwas hätte sagen können.Ich hatte das dunkle Gefühl, daß aus dieser Quelle nie etwas fließen würde.Sie war zu dumm.Der Tonfall, in dem sie anbeißen sagte, hatte mich mißtrauisch gemacht.Es war nicht unmöglich, daß sie diese »Unterstützungen für hilfsbedürftige Kollegen« einfach in ihre Tasche steckte.Mein Vater tat mir leid, ich hätte ihm eine hübsche und intelligente Geliebte gewünscht.Es tat mir noch immer leid, daß ich ihm nicht die Chance gegeben hatte, mir einen Kaffee zu kochen.Dieses dumme Luder würde wahrscheinlich lächeln, heimlich den Kopf schütteln wie eine verhinderte Lehrerin, wenn er in ihrer Wohnung in die Küche ging, um Kaffee zu kochen, und dann heuchlerisch strahlen, den Kaffee loben, wie bei einem Hund, der einen Stein apportiert.Ich war wütend, als ich vom Telefon weg ans Fenster ging, es öffnete und auf die Straße blickte.Ich hatte Angst, eines Tages müßte ich auf Sommerwilds Angebot zurückgreifen [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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