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.Vor sechs Jahren hatte dieserliebevolle Bruder eine Schusswaffe genommen und auskrzester Entfernung auf seinen Kollegen, einen DEA-Agenten, geschossen.Nicht nur ein, sondern drei Mal.Er hatte John Cross, verheiratet und vierfacher Vater,umgebracht, um seine eigenen verbrecherischen Aktiv-itten zu vertuschen.Die Ermittler fanden im Hausund im Auto insgesamt zwei Kilo Kokain und schlossendaraus, dass Hunter ein Dealer war.Ein herzloser, bru-taler Dealer.Wie schaffte er es, diese beiden Seiten in sich zuvereinen?Wie hatte Tessa so schn gesagt? Warum die LeuteDummheiten begehen, lsst sich oft nicht erklren.Sie fuhr vom Interstate auf den US-Highway 50 undkam zehn Minuten zu frh am Colorado State Peniten-tiary an, ein wuchtiges Backsteingebude, das von ho-hen Zunen, Stacheldraht und Wachtrmen umgeben 85/855war.Sie stellte den Wagen auf dem Besucherparkplatzan einer Stelle ab, die fr die Presse reserviert war,frischte ihren Lippenstift auf und berprfte ihr Haarim Beifahrerspiegel.Nicht, dass ihre uere Erschein-ung eine groe Bedeutung hatte.Sie hatte schlielichnicht vor, hier ihren Traumprinzen zu treffen.Sie nahm ihre Tasche und packte alles, bis auf denkleinen Rekorder, ihren Presseausweis und ein paarMnzen fr den Getrnkeautomaten, in ihre Akten-mappe.Sie war in den vergangenen Jahren oft genugin Gefngnissen gewesen, um zu wissen, wie man essich selbst und den Wachleuten erleichterte, indemman wirklich nur die Dinge mitnahm, die man un-bedingt fr das Interview brauchte.Die Gefngnisvorschriften fr Besucher waren sehrstrikt.Man war bemht, selbst die findigsten Sch-muggelversuche zu unterbinden.Briefmarken konntenmit LSD versehen sein, Stifte als Waffen verwendetwerden.Mit Handys lie sich mit Komplizen drauenkommunizieren, und so gut wie alles konnte immenschlichen Krper versteckt werden.Und etwas so 86/855Simples wie eine Zigarette konnte hinter Gittern alsMittel zur Machtausbung, Erpressung und Dominanzgenutzt werden.Sophie schloss den Wagen ab und ging behutsamber den vereisten Parkplatz.Ihr war klar, dass esdumm war, im Schnee hohe Abstze zu tragen, aberdicke Winterstiefel sahen einfach nicht professionellgenug aus.Eine unsanfte Landung auf dem Hinternnatrlich auch nicht, aber sie hatte es gleich geschafft,und drinnen spielte es keine Rolle mehr.Auf der anderen Seite des Zaunes stieg gerade eineGruppe Hftlinge in orangefarbenen Overalls mitHand- und Fufesseln aus einem Transporter.Sophienahm die Pfiffe und die eindeutig zweideutigen Rufekaum wahr.Das geschah jedes Mal, wenn siehierherkam.Sie betrat das Empfangsgebude und ging zur An-meldung.In der Eingangshalle sa eine Mutter mitihren zwei Kindern und wartete, um vermutlich ihrenMann zu besuchen.Eine junge Frau mit ttowiertenArmen schmollte in einer Ecke.Und ein Mann im 87/855Anzug, wahrscheinlich ein Anwalt, ratterte an seinemHandy Paragrafen herunter.Hey, Miss Sophie. Officer Green lchelte undreichte ihr ein Klemmbrett.Welche rhrselige Storywollen Sie sich denn heute anhren?Wie die meisten Wachleute machte auch Greenkeinen Hehl aus seiner geringen Meinung von denInsassen.Ich treffe mich mit einem Marc Hunter. Sophiefllte das Formular auf dem Klemmbrett aus und gabes mit ihrem Presseausweis zurck.Officer Green schnaubte.Oh, Mr.Schweinebacke persnlich.Der wird IhrenLesern gefallen.Sophies Neugier war sofort geweckt.Macht er rger?Officer Green bedachte sie mit einem Blick, der dasVersprechen auf Insiderinformationen enthielt.Kommt drauf an, was Sie mit rger meinen.Ziehtsich nichts durch die Nase, hlt sich brav an die Re-geln & bis jemand versucht, ihm ans Bein zu pinkeln. 88/855In der ersten Woche hat er fnf Typen auf dieKrankenstation verfrachtet.Sophie musste sich auf die Zunge beien, um nichtzu fragen, was diese fnf Typen denn gemacht hatten,aber Officer Green konnte stundenlang klatschen,wenn man ihn nicht bremste.Sie nahm ihrenPresseausweis entgegen und steckte ihn zurck in dieTasche.Danke.Sie durchquerte den Raum, passierte die Metallde-tektoren und sah zu, wie Officer Russell ihre Taschedurchsuchte.Der Mann war ein Koloss mit Brsten-haarschnitt & und lieb und tapsig wie ein Teddybr.Alles klar, Miss Alton. Er gab ihr die Taschezurck und nahm das Stempelkissen.Sophie hielt ihm die Hand hin, und er markierte denRcken mit einer Farbe, die nur unter Schwarzlichtsichtbar war.Der Stempel wrde berprft werden,wenn sie wieder zurckkam.Natrlich erschien es inAnbetracht der Tatsache, dass es sich um ein 89/855Mnnergefngnis handelte und sie eindeutig keinMann war, albern, aber Vorschrift war Vorschrift.Waschen Sie das blo nicht ab, warnte OfficerRussell mit einem Grinsen.Er machte jedes Mal denselben Scherz, und Sophielachte, wie er es bezweckt hatte.Oh, gut, dass Sie mir s sagen. Sie zwinkerte ihmzu, dann betrat sie den Flur [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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