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.Das ständige Ana-lysieren der Episode von vorhin war lächerlich.Er war ein logisch denkender Mann, der normalerweise genau plante, und Lily verkörperte eben so etwas wie eine Anomalie, ein un-vorhergesehener Knick in der ansonsten berechenbaren Kurve.Das passierte manchmal.Zugegeben, ihm nicht oft, aber …Jedenfalls würde er Lily, sobald sie wieder aus seinem Leben verschwunden war und sich alles wieder eingespielt hatte, schnell vergessen.So wie er jede Frau vergaß, die irgendwann das Bett mit ihm geteilt hatte.55/159Lily allerdings hatte nicht das Bett mit ihm geteilt.Vermutlich beschäftigte sie ihn deshalb so sehr.Vielleicht, wenn er mit ihr …Nein, auf keinen Fall.Das würde nicht passieren.Was nicht bedeutete, dass sich sein Ärger darüber, in diese Situation gezwungen worden zu sein, gelegt hätte.Dumm war nur, dass er sich jetzt, da er Lily mit seiner Schwester und Oliver beobachtete, tatsächlich fragte, ob er über seine Einschätzung der Situation nicht doch noch einmal nachdenken sollte.Es lag etwas einnehmend Natürliches und Ungekünsteltes in ihrer Art, das so ganz und gar nicht zu seinem Bild der Drogen konsumier-enden Diva passen wollte.Nur ungern gab er zu, dass er sich geirrt haben könnte.Und irgendwie ließ ihm auch sein sechster Sinn keine Ruhe, dass bei dieser Geschichte nicht alles zusammenpasste.Vor allem, nachdem die Polizei ihn hatte wissen lassen, dass die kon-fiszierten Drogen offensichtlich für den Straßenverkauf abge-packt gewesen waren.Lily machte nicht den Eindruck eines Dro-gendealers, das hatte sie finanziell gar nicht nötig.Und sicherlich war sie nicht das typische Mitglied einer Drogenbande.Was wiederum die Möglichkeit offen ließ, dass sie tatsächlich unschuldig war.Vielleicht hatte man sie ohne ihr Wissen als Kurier benutzt.Oder jemand wollte ihr etwas anhängen.Oder sie hatte die Drogen für einen ihrer Männer besorgt.In seiner Laufbahn hatte er die unbegreiflichsten Dinge erlebt.Menschen taten noch viel Schlimmeres aus Liebe.Natürlich interessierte es ihn nur deshalb, weil Lily ihm dann nur leidtun konnte.Dann hatte sie es nicht anders verdient, als hinter Gitter zu kommen.Und zwar für lange Zeit!Neben ihm setzte Lily sich auf der Lederbank um, und wohl zum hundertsten Mal wünschte Tristan sich, sie würde einfach still sitzen bleiben.Denn sobald sie sich rührte oder auch nur blinzelte, flogen seine Gedanken sofort zu ihr.56/159Er sah sich in dem hypermodernen Restaurant um.Die Leute aßen, unterhielten sich, lachten.Manche der Anwesenden kannte er sogar.Auf jeden Fall amüsierte sich hier jeder besser als er.Er nahm sein Weinglas und trank einen Schluck.Irgendetwas musste er tun, um sich davon abzuhalten, Lily anzustarren, wie sie den Eislöffel ableckte!Also zwang er sich, Oliver wieder zuzuhören, der gerade von seinen blutrünstigen schottischen Vorfahren erzählte, die in einer barbarischen Schlacht über die Engländer gesiegt hatten.Großer Gott, wieso war ihm nie aufgefallen, wie endlos sein Freund und zukünftiger Schwager reden konnte?Lily lachte auf und lehnte sich vor.Eisern weigerte sich Tristan, den Blick auf ihr Dekolleté zu richten, so einladend der Blusenausschnitt auch sein mochte.Wo war überhaupt ihre un-sägliche Strickjacke abgeblieben?Vor dem Dinner waren sie zu Jordana gefahren, und kaumhatten die beiden Frauen sich wiedergesehen, waren sie einander lachend und schluchzend um den Hals gefallen.Es hatte ewig gedauert! Dann hatte seine kleine Schwester Lily erst einmal zum Duschen und Umziehen mitgeschleift – und ihm vorgeworfen, dass er nicht schon vorher dafür gesorgt habe, dass Lily sich frisch machen konnte.Ha! Das hätte ihm noch gefehlt! Lily Wild nackt in seinem Bad in der Kanzlei!Jetzt trug sie eine blutrote Bluse, enge Jeans und Stiefeletten, alles Leihgaben seiner Schwester.Das frisch gewaschene Haar fiel ihr in sanften Wellen über den Rücken … und sie trug sogar einen BH.Pinke Spitze.Aber ihm wäre viel wohler gewesen, wenn er das nicht so genau gewusst hätte.Denn nun fragte er sich ständig, wie ihre großartigen Brüste wohl ohne die rosa Spitze aussehen mochten.„Es war Liebe auf den ersten Blick.“57/159Jordanas Worte drangen durch seinen Gedankennebel.Abrupt kehrte Tristan zu der Konversation am Tisch zurück.Was wollte sie damit sagen?Doch seine Schwester sah nicht zu ihm, sondern himmelteihren zukünftigen Ehemann an [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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